Gesetzlicher Dienstlohn im Innthal und Vinstgau im 14. Jahrhundert
Ein historischer Rückblick vergleicht die gesetzlich festgelegten Löhne für Knechte, Mägde und Taglöhner im Inntal und Vinschgau der Mitte des 14. Jahrhunderts mit den Geldwerten von 1820. Die Aufstellung veranschaulicht den dramatischen Kaufkraftverlust des Geldes über etwa 450 Jahre, begründet durch den Zustrom von Edelmetallen aus Amerika und neuen europäischen Bergwerken.
Vollständige Transkription
Anhang.
Geschichte.
Gesetzlicher Lohn der Knechte, Mägde, und Taglöhner im Innthal und Vinstgau um die Mitte des 14ten Jahrhunderts. Ein Oberknecht hatte des Jahrs 12 Pf. Berner, oder 2 fl. 24 kr. nach unserm Gelde, das Pfund zu 12 Kreuzer berechnet,—zwei Paar Schuhe und Unterschuhe (heißt es) so viel er brauchte; eine Obermagd 7 Pf. Berner, also 1 fl. 24 kr.; und Schuhe und Unterschuhe wie der Knecht; ein Tagwerker, von St. Michael bis St. Veit, die Kost und 20 Berner, oder 1 Kreuzer; eine Tagwerkerin die Kost und zehn Berner, oder 1/2 Kreuzer; von St. Veit bis St. Michael aber hatte der Mann nebst der Kost 30 Berner oder 1 ½kr., und das Weib 20 Berner oder 1 kr. Schnitter und Mäher bekamen 40 Berner oder 3 kr. Wer mehr gab, als das Gesetz bestimmte, war um 10 Pf. oder 2 fl.; und wer mehr nahm um 5 Pf. oder 1 fl. an das Gericht und die Gemeinde verfallen. Vergleicht man den gegenwärtigen Dienstlohn mit dem obigen, so läßt sich daraus berechnen, um wie viel beiläufig seit etwa 450 Jahren durch die Entdeckung neuer Bergwerke in Europa, vorzüglich aber durch die aus Amerika gebrachten edlen Metalle der Werth des Geldes gefallen sey.
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"Gesetzlicher Dienstlohn im Innthal und Vinstgau im 14. Jahrhundert." Der Bote für Tirol, 10. Juli 1820. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/10.07.1820/149640/4. https://meran-archive.com/de/artikel/1820-07-10-gesetzlicher-dienstlohn-im-innthal-und-vinstgau-im-14-jahrhundert